Soviel kostet E-Bike fahren

21. April 2021 14:53:39 MESZ

In erster Linie sind die Anschaffungskosten abhängig davon, für welche Art E-Bike Ihr euch interessiert. 
Welche Kosten in Form von Service, Wartung und Reparaturen kommen nach der Anschaffung auf Dich zu. 

Die grundlegenden Infos bekommst du hier.
Allerdings müssen zunächst einige Fragen geklärt werden.

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E-MTB beginnt mit Selbstreflektion!

Du musst dich zunächst fragen, was genau du mit dem Bike machen möchtest und wieviel?
Dabei ist es wichtig eine ehrliche Selbsteinschätzung zur Analyse seines Fahrverhaltens zu Grunde zu legen:
•    Bin ich Gelegenheitsfahrer, 
•    Schönwetter-Fahrer, 
•    Allwetter-Fahrer
•    Arbeitspendler,
•    Genuss-Fahrer
•    Sport-Fahrer,
•    Renn-Fahrer,
•    etc. etc. 

Wie oft in der Woche nutze ich das Bike tatsächlich - und für was?
Habe ich gesundheitliche Einschränkungen, die ich beim Kauf beachten muss?
Fahre ich lieber bergauf oder lieber bergab? Mag ich Touren? Wie oft und wie lange? 
Ein Bike für alles oder doch lieber zwei? 
 

Was kostet nun also ein gutes E-Bike in der Anschaffung? 

Um es einfach zu machen, die beiden Extreme:

1. Das Standart City-E-Bike Herren Standart Rahmen oder Damen Tiefeinsteiger- Ungefedert STVO-gerecht und mit „einfacher“ Ausstattung. Vernünftige E-Bikes dieser Kategorie fangen bei 1000.-€ an.
Alles darunter ist Baumarkt-Qualität. Von der ist abraten. Fahrsicherheit und vernünftige Qualität sollten auch bei geringem Budget im Vordergrund stehen. 
 
2. Das vollgefederte High-End E-MTB für ambitionierte/sportliche Fahrer und Wettkämpfe E-Fully mit Federwegen um oder über 140mm. High-End Anbauteile, hochwertiger Akku, Motor und Rahmen Voll-Gelände und Bike-Park tauglich. Vernünftige E-Bikes dieser Klasse beginnen bei um die 2800-3500€
Nach oben keine Grenze: 12.000€ -15.000€ sind gar kein Problem
HIER.
 
Zwischen diesen beiden Extremen ist preislich natürlich jede Spanne und Qualität verfügbar.
Worauf solltest du also achten, wenn du dich für eine „Klasse“ der E-Bikes entschieden hast?
Ungeachtet der Art des Bikes liegt der Preis oft im Detail versteckt. Sprich in den Anbauteilen.
Akku, Motor, Bremsen, Schaltung, Laufräder, Antrieb u.v.m.

Preis-Leistung: Qualität hat ihren Preis

  • Akku: Auch hier kommt es wieder auf dich an : 
    Fährst du mit dem Rad nur auf Arbeit und zurück- so brauchst du sicher keinen „dicken“ Akku.
    Willst  du Berg-Touren fahren und echte Reichweite haben, musst du schon tiefer in die Tasche greifen.
    Auch sogenannte „Light- E-Bikes“ sind im Kommen. Die Kapazitäten beginnen im „light“ Bereich um die 250-300W,
    Ím Endbereich der „Long-Travel“ E-Bikes bis zu 750WH
  • Motor: Das ist so ein wenig eine Glaubensfrage - Der eine mag BMW der andere Mercedes und der nächste Audi. Genau so verhält es sich mit den Motoren. Jeder Motor hat eine leicht andere Charakteristik. Hierbei kommen deine persönlichen Vorlieben zum Tragen. Gutmütig und sanft, oder aggressiv und kraftvoll? Langstrecke oder Feierabendrunde? 
    Ob nun Bosch, Yamaha, Shimano oder Fazua. Die Motoren unterscheiden sich in Nuancen. Preislich gibt es da nur geringen Unterschied!
  • Bremsen: UNABDINGBAR: Hydraulische Scheiben-Bremsen. Auch hier spielt die Marke der Bremsen eine untergeordnete Rolle. Wichtiger ist hier Funktion und Bremsstärke!  Abhängig vom Systemgewicht (Fahrer + Bike) fallen die Größen der Scheiben aus. Wird für die leichte Dame oder das Kind evtl. eine Scheiben Größe von 160mm-180mm ausreichen, so braucht der etwas kräftigere Herr oder ambitionierte Sport-Fahrer eher 200-220mm Scheiben.
    Im Mittelgebirgsbereich nicht so tragend wie im alpinen Bereich  (Aufgrund Erhitzung bei längeren Abfahrten)

  • Rahmen: soll den Kräften gewachsen sein, um so formschöner der Antrieb im Rahmen verschwindet, desto hochwertiger kann dein Elektrofahrrad bewertet werden

  • Antrieb/Schaltung: In diesem Bereich gibt es eigentlich nur 2 Platzhirsche: SHIMANO oder SRAM – Glaubensfrage.
    Zu achten ist beim E-Bike Antrieb allerdings darauf das wirklich E-Bike tauglich Teile verbaut sind. Selbstverständlich gehen auch normale Ketten und Ritzel und Kränze.
    Aber bei den Kräften die auf den Antrieb eines E-Bikes kommen, ratet man ab „billig“ zu kaufen.
    Bei den meisten etwas hochwertigeren Rädern sind spezielle, robustere Antriebskomponenten für E-Bikes verbaut.
    Vorne einfach und hinten 11-fach oder 12-fach sind heute/aktuell „state of the art“ 

    Wer Geld sparen will beim E-Bike Kauf sollte sich also zumindest rudimentär ein wenig auskennen oder sich Rat und Hilfe bei Freunden besorgen.

    Gebraucht Kauf von E-Bikes ist so eine Sache: Kann gut gehen - oder eben nicht - wie beim Auto auch. Generell ratet man aber davon ab E-Bikes mit einer Km Leistung über - 8.000KM zu kaufen.
    TIP:
    Der beste Zeitpunkt zur Anschaffung ist der Herbst/Winter.
    Denn in und vor der Saison ziehen alle Preise immer an. Auch Privat-Verkäufe.

Nebenkosten / Unterhalt von deinem E-Bike

10-15% des Anschaffungspreises im Jahr als Service und Reparatur-Kosten (sofern kein Unfall, oder sonstige Sonderfälle eintreten)
Beispiel:
Bei einem 3.000€ Bike fallen pro Jahr hoch gerechnet ca. 300-350€ Kosten an.
•    60-120€ Job Rad-Inspektion 
•    15-30€  /Stk Bremsbeläge: die brauchst du hinten und vorne - 2 Paare
•    25-85€ / Stk. Bremsscheiben  
•    80-300€  Kette/Antrieb/Kassette/Ritzel je nach KM Leistung und Verschleiß nötig 
•    30-90€ / Stk. Reifen je nach Größe, Breite, Art
•    ca.35-50€ Schadens und Diebstahl-Versicherungen p/a
•    Kleinteile und Personalisierungen wie eigene Griffe/Sattel/Pedale komme on top
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Macht ~250€ - max.~800€  p/a  je nach benötigten Teilen.
Das normale Maß wären also ca. 300-400€ bei einem 3000€ Rad. 

Versteife dich nicht auf die Zahlen: 
Es gibt Biker die pflegen und hegen ihr Bike. Sie treten sanft, bremsen vorrausschauend usw.- Diese kommen mit einem Antrieb vielleicht 5000 km weit. Man sieht aber auch Antriebe die bereits nach 500km fertig waren. (Zu schwere Gänge - bei zu viel Unterstützung - Anfängerfehler)
Dauerbremse bergab - verglühte Scheiben und Beläge sind keine Besonderheit und verbremste Hinterreifen nach knapp 200KM Bergfahren weil mangelnde Bremstechnik.
Gibt es alles😉 

Die voran gegangene Bsp. Rechnung ist für ein E-MTB im Bereich der oberen Mittelklasse bis unterer Spitzenklasse. 
(Nicht Low-Budget Bike und nicht High-End) im Mittelgebirgs- oder Alpin Bereich.

Bei einem „City-E-Bike“ oder Pendler-Bike liegen die Kosten im Schnitt deutlich niedriger ! 

FAZIT : 

Anschaffungs- und Service kosten hängen stark von dir selbst und deinem Fahrverhalten ab.
Vernünftige Bikes gibt es ab 1000€ Euro – bis oben keine Grenze.

Nicht berechnet ist hier der Strom:
Dieser ist abhängig von Kapazität des Akkus, Anzahl der Ladungen im Jahr und Strompreis vor Ort.  D.h. diese Berechnung kann man einfach selbst anstellen, in dem man für sich realistische Werte einsetzt.


Abschließend können wir dir empfehlen vor dem Kauf eine eingehende Beratung einzuholen. 


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